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Arbeiten und Leben auf dem Drahtseil

Wir arbeiten zu viel. Ich zum Beispiel kenne kaum jemanden in meinem Alter, der mit nur einem Job über die Runden kommt. Das betrifft alle, aber in der Generation der Millennials fällt es extrem auf. Fast alle haben lange studiert, also liegt es in der Natur der Sache, dass man noch nicht viel Berufserfahrung sammeln konnte. Und genau das wird bei Gehaltsverhandlungen schnell zum Problem. 

Da aber jeder gerne irgendwo wohnt und auch ab und zu ganz gern was essen möchte, arbeiten viele Menschen heute noch in einem Zweitjob, um sich das Nötigste leisten zu können. Da ist dann halt nicht mehr viel mit „Life“, da geht es schnell nur noch um „Work“. Und das macht erwiesenermaßen krank. Schnell wird das Leben zum Drahtseilakt, ohne Netz, ohne doppelten Boden. Ständig hat man Angst zu fallen, dieses Gefühl belastet einen ständig und überall, auch bei der Arbeit.

Aber woran liegt es, dass wir heute auch bei einer 40-Stunden-Woche oft das Gefühl haben, dass unser Leben auf der Strecke bleibt? Schließlich haben Menschen auch früher schon viel und lange gearbeitet.

 

Das verdiente Geld ausgeben können

Ich persönlich habe schon einige unterschiedliche Arbeitszeitmodelle erlebt. Arbeiten in Teildiensten mit 3 stündiger Mittagspause, 18 Stunden Arbeitstage ohne freien Tag in der Gastronomie, Teilzeitarbeit neben dem Vollzeitstudium, und am schlimmsten für mich persönlich die Arbeit mit einem All-in-Vertrag, also 70 Stunden pro Woche arbeiten, aber nur 38 bezahlt bekommen. Man lernt daraus.

Meine Generation geht jetzt auf die 40 zu und zumindest ich weiß heute, dass ich nicht nur arbeiten möchte. Ich möchte auch das verdiente Geld ausgeben können und nicht völlig fertig einfach nur ins Bett fallen und schlafen wollen. Ich möchte mitbekommen, welche Jahreszeit draußen herrscht, möchte nicht immer und überall für jeden erreichbar sein müssen und auch im Stehen essen finde ich mittlerweile eher unattraktiv. Man kann also sagen, dass unsere Ansprüche an die Freizeit im Vergleich zu denen der älteren Generation vielleicht angestiegen sind. Die sozialen Medien haben hier sicherlich dazu beigetragen. Ich möchte noch so viel sehen und erleben, dafür brauche ich aber Geld und Freizeit. Meine Erwartungen an Erlebnisse sind sicher andere als die meiner Eltern und Großeltern. Mit meinen bisherigen Jobs war das nur schwer zu erreichen, zumal ich eigentlich immer das Gefühl hatte, ich arbeite, oder ich bin müde.

Work-Life-Balance oder Life-Work-Balance?

Hier bei Build Informed habe ich eine neue Art der Freiheit kennen gelernt, und ich muss zugeben, es war anfangs schwer, sich vorzustellen, wie das im Alltag funktionieren soll. Aber es klappt erstaunlich gut!

Jeder Mitarbeiter kommt und geht wann er möchte. Was nach völligem Chaos klingt und jedem Arbeitgeber beim Gedanken daran die Tränen in die Augen treibt, hat sich in unserem Unternehmen als Erfolgskonzept entpuppt.
Es gibt die üblichen Büroarbeitszeiten und wenn nicht anders kommuniziert, dann ist man in diesen Zeiten anwesend. Falls man den Tag außer Haus ist, Termine hat oder einfach mal um 11 Uhr anfangen möchte, so wird dies in einen Kalender eingetragen, damit die Kollegen Bescheid wissen und sich darauf einstellen können. Und es ist im Arbeitsalltag faszinierend einfach damit umzugehen.

Mir als Arbeitnehmer bringt das die Freiheit, dass ich nicht mein Leben nach der Arbeit ausrichte, sondern die Arbeit sich meinem Leben anpasst. Das empfinde ich persönlich als enormen Zugewinn. Plötzlich habe ich statt einer Work-Life-Balance eine Life-Work-Balance gefunden, was meine Lebensqualität, auch für mich sehr überraschend, deutlich gesteigert hat.
Zudem hat dies für mich den Vorteil, dass ich gerne arbeite, da ich es ja “freiwillig” mache. Klingt etwas unlogisch, aber scheinbar entwickelt sich der Mensch über diese Kindergarten Psychologie nie so ganz hinaus. Das was man muss macht keinen Spaß, das was man darf dafür umso mehr.

 

Das Arbeitsleben lebenswerter machen

Dem Arbeitgeber bringt das also ganz deutlich den Vorteil motivierter Mitarbeiter, die ihren Job gerne machen und ein persönliches Interesse daran haben, das Unternehmen erfolgreich zu machen. Hat das Unternehmen nämlich keinen Erfolg, muss ich mich wieder an einen Chef wenden, der mir sagt, wann ich arbeiten muss, und das möchte ich nicht.

Aber natürlich ist es nicht nur die Arbeitszeit, die das Arbeitsleben lebenswerter macht. Viele andere Faktoren spielen hier hinein, angefangen von der Stimmung im Team, den Entwicklungsaussichten, dem Gehalt und den Arbeitsbedingungen. Habe ich eine Arbeit in einem stickigen Büro mit nervigen Kollegen und verdiene zu wenig, so wird mich meine Arbeitssituation vermutlich auch in meiner Freizeit belasten.

Habe ich einen hellen, sauberen und ergonomischen Arbeitsplatz, gut gelaunte Kollegen, eine spannende Aufgabe, die ich mir selber aussuchen darf und einen Chef, der mich wertschätzt und sich dies auch in meinem Gehalt widerspiegelt, dann werde ich in meiner Freizeit eher weniger darüber nachdenken, was denn in der Arbeit so läuft und jeden Tag ohne Bauchschmerzen arbeiten gehen.

Wer also, wie ich, das Glück hat, einen Arbeitgeber zu finden, der einem so einen Arbeitsalltag ermöglicht, der wird ihm mit derselben Wertschätzung entgegentreten und seine Arbeit gewissenhaft und gründlich erledigen. Und das ist auch wichtig.

 

Balancieren lernen

So ein System funktioniert nur mit Vertrauen und dem Selbstverständnis, dass jeder seinen Teil dazu beitragen muss. Das Entgegenkommen bei Arbeitszeiten, Stundenausmaß und Schwerpunkten bei der Arbeit macht unser Team sehr dynamisch, weil sich immer mal wieder was ändert. Ein Kollege möchte eine Zeitlang nur noch Teilzeit arbeiten, der andere möchte sich in der Programmierung versuchen, das alles ist möglich.

Das bedeutet natürlich auch, dass sich Strukturen ändern und wir Mitarbeiter müssen dann flexibel genug sein, diese Freiheiten aller mitzutragen. Damit dieses Konzept funktioniert müssen also alle an einem Strang ziehen, aber da wir alle davon profitieren, ist es kein Problem. Es stärkt den Zusammenhalt und jeder von uns weiß, dass es ein Zugewinn für uns alle ist, wenn wir uns diese Freiheiten erhalten.

Viele Freiheiten bringen auch viele Verantwortlichkeiten mit sich. Wenn einem das klar ist, dann erscheint einem ein Job bei Build Informed wie ein Geschenk. Ich genieße meine Freiheiten jeden Tag, und damit ist für mich der Balanceakt zwischen Leben und Arbeiten vom Hochseil ohne Netz und doppelten Boden mittlerweile zu einer Slackline geworden. Und das macht einfach nur Spaß.

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