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Autodesk University 2020 – Cloud First

Ein regelmäßiges Event bei dem sich tausende interessierte Personen treffen und gemeinsam über aktuelle Entwicklungen austauschen: Die Autodesk University.

Dieses Jahr fand die Autodesk University in einer noch nie dagewesenen digitalen Form statt. Dabei ließ es sich die Autodesk natürlich nicht nehmen, trotzdem ein großes Event daraus zu machen. Mehr als 100.000 digitale Besucher, hunderte Fachvorträge, inspirierende Theater Talks und vieles mehr standen auf der Agenda.

Wir haben die Autodesk University aufmerksam verfolgt und haben hier einige interessante Vorträge herausgenommen und zusammengefasst.

The Future of Quantification

Die heutigen Herausforderungen sind vielfältig: Die Mengenauswertung für Ausschreibungen und Abrechnungen sind komplexe Prozesse, die oft manuell durchgeführt werden. Aufgrund der Natur des Menschen sind diese fehleranfällig. Auch kommen heute immer öfters 3D Modelle zu diesem Thema hinzu. Damit wird es immer komplexer, sich auf Kalkulationen aus verschiedenen Quellen zu stützen.

Ein weiteres Thema ist die Zusammenarbeit. Heute ist eine Zusammenarbeit in Echtzeit in vielen Fachbereichen des Arbeitslebens schon Realität. In der Phase der Mengenermittlung/Kostenkalkulation ist sie jedoch nur sehr beschränkt bis gar nicht möglich.

Mit einer Cloud-basierten Lösung will die Autodesk diese Probleme lösen und belastbare Mengenermittlungen ermöglichen. Die Lösung, die Autodesk Quantify getauft wurde, wird ein zukünftiger Bestandteil der Autodesk Construction Cloud.

Funktionen, die in Autodesk Quantify enthalten sein werden:

  • Single Source of Truth (Revit Modell mit 2D Ansichten, IFC Modell, …)
  • Automatisierter Workflow zur Mengenermittlung auf 2D und/oder 3D Basis
  • Kollaboration mit mehreren Personen
  • Verwendung von Formeln zur Kalkulation aufgrund von berechneten Mengen (Sockelleiste anhand von Raumumfang – Türbreiten im Raum)
  • Versionskontrolle mit Möglichkeiten, die Auswertungen über mehrere Modelle hinweg zu aktualisieren
  • Mapping von beliebigen Parametern aus dem Modell auf Parameter für die Auswertung
  • Import von benutzerdefinierten Klassifizierungen als Excel

Mehr dazu in diesem Video.

BIM für Eigentümer und Betreiber

Ein interessanter Rundumschlag zu vielen Themen, die durch cloud-basierte Software der Autodesk abgedeckt werden.

BIM 360 Ops: Die Möglichkeit Facility Management inklusive der Wartung Cloud-basiert durchzuführen. Integriert ist ein rollenbasiertes Zugriffsmanagement und auch Möglichkeiten, Assets/Anlagen aus BIM 360 Assets oder aus Revit Modellen zu importieren. Bei einem Import werden die Bauteile auch direkt auf Standorte gemappt (über Raumberechnungspunkte). BIM 360 Ops bietet auch die Möglichkeit für präventive Wartungsarbeiten, die durch Sensoren an Stromleitungen ausgelöst werden. Weiteres zählen hier auch die 2D Navigation zu Tickets im Projekt dazu. Features wie Heatmaps von Tickets auf Grundrissen gehören hier auch zum Funktionsumfang.

BIM 360: Zentrale Kollaborationsplattform für Bauprojekte. Hierzu müssen die Projekte nicht einmal auf BIM setzen. Es kann auch ein klassisches 2D-basiertes Bauprojekt sein, das durch Digitalisierung Kommunikationsprozesse verbessern will. (Hierzu auch der interessante Talk von Herr Mühlemann)

Forge: Kann man sich sehr gut als Lego Bausatz vorstellen: Es gibt für Entwickler viele Möglichkeiten allerlei Software mit diesen Bausteinen zu bauen. Hier werden auch einige Beispiele gezeigt: Das EMPA in der Schweiz, ein Flughafenprojekt mit BIM 360 + Forge, BIM 360 + VR und noch viel mehr. Mehr dazu in diesem Video.

Autodesk Hyperion

Mit Project Hyperion schafft die Autodesk einen weiteren Baustein im Baukastensystem Forge. Mit den zukünftig verfügbaren Libraries der Autodesk wird es möglich sein, reale Daten aus dem Betrieb eines Gebäudes mithilfe eines BIM Modells in Autodesk Forge zu visualisieren. Damit muss sich nicht mehr jeder in Zukunft eigene Möglichkeiten bauen, um Sensordaten anschaulich zur Verfügung zu stellen, sondern kann auf die Bausteine der Autodesk zurückgreifen und diese simpel in eigene Dashboards einbinden.

Selbst auszuprobieren unter: hyperion.autodesk.io

Autodesk Tandem

Bauherren und Betreiber von Gebäuden standen bisher vor einem großen Problem: Daten die sie von Planern bekommen, sind in den jeweiligen Dateiformaten gefangen und können nur mit großem, manuellen Aufwand extrahiert werden. Bei dieser Extraktion (Pläne lesen und Informationen in ein anderes IT-System schreiben) gehen oft viele Informationen verloren und somit auch der ursprüngliche Bezug zur Datenquelle.

Autodesk Tandem will dieses Problem lösen. Tandem soll in Zukunft eine Plattform darstellen, in welcher Betreiber einen Digitalen Zwilling Ihres Gebäudes abbilden können. Dort können dann alle möglichen Daten aus dem Betrieb eines Gebäudes hinzugefügt werden. Wartungsdaten, Kosteninformationen und vieles mehr sollen so zukünftig nicht mehr in einzelnen Silos leben, sondern an einer zentralen Stelle verfügbar werden.

Über Autodesk Tandem und die Potentiale für die Bauwirtschaft könnte ich noch ewig weiterschreiben. Um den Umfang dieses Blogposts jedoch nicht zu sprengen, bleibt mir hier noch der Verweis auf den dazugehörigen Autodesk University Talk.

(Praktische Info: Tandem lief bisher unter dem Namen “Constructwin”)

Thomas Koruga

Thomas war für BIM Consulting & BIM Koordination bei der Build Infomed tätig. Er war Schulungsleiter und ist Experte für die Themengebiete BIM, Revit und Dynamo.

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